Eine KNX-Anlage läuft oft viele Jahre ohne Probleme. Damit Änderungen und Fehlersuche möglich bleiben, braucht es eine aktuelle ETS-Projektdatei, gepflegte Software in IP-Schnittstellen, Visualisierung und Servern und einen Fernzugriff, der nicht offen im Internet steht. Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in die Hand eines Elektrofachbetriebs.
1. Die ETS-Projektdatei sichern
Alle Einstellungen einer KNX-Anlage stehen in der Projektdatei der ETS, der Software für Planung und Inbetriebnahme. Ohne sie ist jede Änderung mühsam, weil das Projekt erst aus der Anlage rekonstruiert werden muss. Lassen Sie sich vom Errichter die aktuelle Datei im Format .knxproj mit dem Projektpasswort übergeben und bewahren Sie beides getrennt von der Anlage auf, zum Beispiel verschlüsselt in der Cloud und zusätzlich auf einem USB-Stick.
2. Was zur regelmäßigen Wartung gehört
- 1Projektdatei mit dem tatsächlichen Stand der Anlage abgleichen und jede Änderung dokumentieren.
- 2Applikationsprogramme der Geräte in der ETS aktualisieren, wenn der Hersteller Fehler behebt oder Funktionen ergänzt.
- 3Firmware von IP-Schnittstelle, IP-Router, Visualisierung und Logikserver prüfen und aktualisieren.
- 4Den Busverkehr mit dem Gruppenmonitor der ETS auf Fehler und auffällig viele Telegramme prüfen.
- 5Zeitschaltungen, Szenen und Logiken an veränderte Abläufe im Haus oder Büro anpassen.
3. Updates planen, nicht nebenbei einspielen
Ein Update ist kein Selbstzweck. Lesen Sie vorher die Versionshinweise des Herstellers, sichern Sie Projektdatei und Serverkonfiguration und wählen Sie einen Zeitpunkt, an dem Licht, Jalousien oder Heizung kurz nicht reagieren dürfen. Testen Sie danach die wichtigsten Funktionen, auch Szenen, Zeitschaltungen und Alarmmeldungen.
4. KNX Secure bei Erweiterungen nutzen
Neuere Geräte unterstützen KNX Secure. Telegramme auf dem Bus und im Netzwerk werden dann verschlüsselt und gegen Manipulation geschützt. Bei Erweiterungen und beim Tausch von IP-Schnittstellen lohnt es sich, auf Secure-fähige Geräte zu setzen. Die Schlüssel verwaltet die ETS im Projekt. Ohne Projektdatei und Projektpasswort lassen sich Secure-Geräte nicht mehr ohne Weiteres ändern.
5. Fernzugriff nur verschlüsselt
Eine IP-Schnittstelle oder Visualisierung per Portweiterleitung direkt ins Internet zu stellen, ist riskant, denn ohne KNX Secure hat der Bus selbst keinen Schutz. Sicherer ist ein VPN, etwa über den Router, oder ein verschlüsselter Fernzugang des Herstellers mit eigener Anmeldung. Das Gäste-WLAN sollte keinen Zugriff auf die Anlage haben, im Büro gehört sie am besten in ein eigenes Netzsegment.
6. Andere Smart-Home-Systeme
Dieselben Grundsätze gelten für andere Systeme wie Loxone, Homematic IP oder Home Assistant: Konfiguration sichern, Updates planen und danach testen, Fernzugriff nur verschlüsselt. Wichtig ist auch hier, dass Sie selbst Zugriff auf Konfiguration und Zugangsdaten haben und nicht nur der Errichter.
7. Was der Elektrofachbetrieb übernimmt
Neue Leitungen, der Einbau oder Tausch von Aktoren im Verteiler und alle Arbeiten an der Elektroinstallation gehören in die Hand eines Elektrofachbetriebs. Die Softwareseite mit Projektdatei, Updates, Logiken, Visualisierung und Netzwerk lässt sich davon getrennt pflegen, vieles auch per Fernwartung.